Hundeerziehung ist einfach…

Hundeerziehung ist einfach aber alles andere als simpel“. Dieses Zitat aus dem Buch „Hoffnung auf Freundschaft“ von Inez Meyer und Michael Grewe habe ich mir zu Herzen genommen. Es stimmt! Hundeerziehung ist einfach – wir machen sie nur kompliziert. Wer jetzt denkt Amon kommt wie der Blitz angeschossen wenn ich einmal rufe, täuscht sich ganz gewaltig! Ich war durchaus schon einige Mal am Ende meiner Geduld, Nerven und Kräfte und komme bis heute immer wieder an meine Grenzen. Hundeerziehung ist nämlich vermutlich fast schon zu einfach – man muss eben nur begreifen wie und um was es geht. Leider ist das ganze auch im Bezug auf die Hundeerziehung leichter gesagt als getan…

Hundeerziehung ist einfach…

Ich habe unzählige Bücher gelesen – bereits bevor Amon bei mir war und mich mit allen möglichen Trainingsmethoden beschäftigt, nur um jetzt festzustellen, dass sich da in der Zwischenzeit ein ganz schönes Chaos angesammelt hat. Der eine sagt Dieses, der andere Jenes… Hätte ich mir das ganze Zeug umgangssprachlich mal lieber nicht reingezogen – dann könnte ich das einfache „Sitz“ jetzt nicht so kompliziert überdenken, würde eher richtig handeln und mein Hund – und vor allem ich – wäre nicht so durcheinander von dem ganzen Wirrwarr…

Mittlerweile ist die gute alte Hundeerziehung – wie allseits bekannt sein dürfte – nicht mehr einfach nur Hundeerziehung, sondern schon ein richtig großer Hype – jeder hat die beste und tierliebste Methode und nicht zu vergessen: eine Methode ist komplizierter und leider oft auch dümmer als die andere. Nur eines haben die verschiedenen Trainingsrichtungen gemeinsam: alle sind sie für den Laien absolut gut und einleuchtend erklärt.

Besonders bekannt ist unter Hundehaltern momentan die Klicker und Leckerli – Erziehung. Ich rufe, Hund kommt, klick, Leckerli. Eigentlich ganz einfach, für mich persönlich aber unpassend.

Leckerlies gehen mir nämlich kurz gesagt gegen den Strich.

Man stelle sich vor meine Mama hätte meinen größten Lieblingsschokoriegelvorrat in der Jackentasche: „Vanessa bringst du den Müll nach draussen?“ Ich komme zurück: Schokoriegel. „Deckst du den Tisch?“ – wird von mir erledigt: Schokoriegel. Ich habe gelernt sitzen zu bleiben wenn die anderen noch essen. Also bleibe ich sitzen: Schokoriegel. Ich komme mit zum Auto und steige auf die Aufforderung hin ein: Schokoriegel…

Am Ende des Tages wäre ich garantiert nicht nur dick, sondern auch unglücklich… Nein sagen kann ich zu den Schokoriegeln aber auch nicht – dafür schmecken sie mir einfach zu gut. Aber andauernd am essen und immer am verdauen ist auch nicht das gelbe vom Ei. Zumal ich mir tatsächlich auch immer öfter überlegen würde ob ich die gewünschte Dienstleistung für einen Schokoriegel tatsächlich ausführen soll oder nicht lieber doch meines eigenen Weges gehe und vermeintlich wichtigeres erledige. Was wäre, wenn die Schokoriegel alle aufgegessen sind und leider noch nicht für Nachschub gesorgt werden konnte, brauchen wir uns denke ich nicht lange ausmalen – ich würde mir vermutlich seeeeehr gut überlegen, warum und vor allem für was ich die Aufgabe denn jetzt eigentlich noch erledigen soll…

Für mich ist das mit den Leckerlies ganz einfach erklärt: ich mache einen Deal. Der Hund erledigt eine Aufgabe und bekommt dafür seine „Auszahlung“. Ganz nach dem Motto „ich will, dass du…. und dafür gebe ich dir….“

Ich persönlich habe mich aber schon bevor Amon bei mir eingezogen ist, für die Erziehung ohne Leckerli entschieden. Ich möchte Amon Sicherheit geben – genau so wie meine Mama mir Sicherheit gegeben hat und immer noch gibt.

Mein Ziel ist nämlich eine intakte Beziehung zu Amon und kein Arbeitsvertrag.

Der ein oder andere wird jetzt vermutlich schon völlig entsetzt über meine Einstellung den Kopf schütteln und darf an dieser Stelle gerne aufhören weiterzulesen 😉

Für alle anderen möchte ich an dieser Stelle kurz klar stellen, das ich „Leckerli-Erzieher“ weder verurteile noch für verrückt halte. Für mich selbst passt dieser Erziehungsstil schlicht und einfach nicht.

Als Hundemama – die ihrem Welpen bis heute nicht ein einziges Mal ein Leckerli zugesteckt hat – hat man es unter vermeintlichen „Hundefreunden“ tatsächlich nicht immer leicht. Der arme Hund…denken sich da viele. Und ich frage mich oft warum. Ich lerne täglich neues im Bezug auf die Hundeerziehung und vielleicht kann ich auch im Bezug auf die Leckerlierziehung noch einiges lernen. Bis jetzt konnte ich mich aber absolut nicht damit anfreunden und mein Gefühl sagt mir, dass das in Zukunft auch nicht der Fall sein wird – auch wenn der Weg ohne Leberwurst und co. definitiv nicht der einfachere ist!

Ich habe mir diesbezüglich ganz einfach die Frage gestellt, worin der Sinn besteht, als Rudelführer auf ein Leckerli angewiesen zu sein und somit tagtäglich zu zeigen, dass man ohne die Leberwurst leider nicht ausreichend Autorität und Vertrauen gegenüber dem Hund aufbauen konnte, damit dieser zu einem kommt wenn man ruft, keine Mitmenschen über den Haufen rennt, brav am entgegenkommenden Rüden vorbei läuft und nicht einfach so – unaufgefordert – die Straße überquert? Was macht man, wenn man die Leckerlis vergessen hat und warum kommt der Hund eigentlich wenn ich ihn rufe? Wegen der Salami oder wegen mir und meiner Aufforderung zu mir zu kommen?

Bitte versteht mich nicht falsch – jeder darf erziehen wie er will und braucht natürlich weder (m)eine Erlaubnis, noch muss er seine Erziehungsmethode irgendwie rechtfertigen.

Für mich persönlich ist die Leckerlieerziehung – auch wenn sie so einfach ist – schlicht und ergreifend die falsche Herangehensweise an die Hundeerziehung – auch wenn ich mit meiner Einstellung und dem Ziel der leckerlifreien Hundeerziehung oft an meine Grenzen gestoßen bin und bis heute immer wieder stoße.

Aber wie bereits gesagt: mittlerweile ist die Hundeerziehung auf so viele Facetten ausgeweitet, dass eigentlich jeder eine passende Methode finden sollte – ob eine glückliche Beziehung und ein „alltagstauglicher“ Hund folgt, sei dahin gestellt…

Leider sehen das nicht alle so – ich wurde jetzt doch schon einige Male schräg angeschaut – weil ich scheinbar die „falsche Erziehungsmethode“ praktiziere. Die Hundeerziehung ist jetzt bereits so groß im Rennen, dass sogar Nichthundehalter am Nebentisch im Restaurant beurteilen können, dass ich Amon absolut falsch erziehe. Die Chance, dass sich am Nebentisch Mitmenschen befinden, die mit mir in Sachen Hundeerziehung auf gleicher Wellenlänge sind und dazu keine besserwisserischen Tipps von sich geben ist bei der Hundeerziehungsmethodenauswahl logischerweise äußerst gering. Natürlich verlange ich nicht, dass mein Erziehungsstil vom Hundehalter am Nebentisch für absolut toll erklärt wird. Im Gegenzug lasse ich ihn aber auch gerne munter weiter seine Leckerlies unter den Tisch werfen – ohne Komentar.

Was ich damit sagen will: ein bisschen mehr Toleranz würde im Bezug auf die „beste(n)“ Trainingsmethode(n) meiner Meinung nach definitiv nicht schaden. Wer mit den Taschen voller Leckerlies glücklich ist: bitteschön 🙂

Wen man mich heute mehr oder weniger (!) freundlich auf das Zurechtweisen meines Hundes anspricht – ganz nach dem Motto Wölfe machen das auch nicht so (somit definitiv nicht artgerecht!!!) und Hundeerziehung ohne Leckerli geht ja mal gar nicht– ABSOLUTE TIERQUÄLEREI. Antworte ich ohne lange Überlegungen:

Schonmal einen Wolf gesehen, der mit Leckerlies um sich wirft und klickert?“.

Die Erziehung ohne Wurststückchen scheint manch einem tatsächlich Angst einzujagen und völlig artfremd zu sein. Ich persönlich muss an dieser Stelle allerdings zugeben, dass ich tatsächlich weder Wölfe noch sonst irgendwelche Tiere beobachten konnte, die mit Nahrungsstücken um sich werfen um den Respekt ihrer Artgenossen zu erkaufen.

Versuche ich mich an dieser Stelle in den Hund hineinzuversetzten, kommt mir die Erziehung mit der Leberwursttube nahezu suspekt vor, und ich frage mich wer eigentlich auf die Idee gekommen ist, einen Deal – ganz nach dem bereits oben genannten Motto „du machst… und bekommst dafür…“ Erziehung zu nennen.


Schonmal einen Wolf gesehen…?

Am Ende frage ich mich dann immer, wieviele Hundehalter und vor allem wieviele Hundetrainer denn tatsächlich schon das Glück hatten, freilebende Wölfe zu beobachten und wer demnach wirklich beurteilen kann, was für unsere Hunde artgerecht ist.

Vanessa Julia mit Amon

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Der ganz normale Wahnsinn hat uns mal wieder eingeholt. Draußen scheint endlich die Sonne und ich sitze drinnen vor meinem Schreibtisch, sollte dringend den vor mir liegenden Stapel Papierkram abarbeiten und denke stattdessen über das Leben nach. Nachher bin ich gleich weit wie vorher. Manchmal brauche ich den ganzen Alltagsstress um auf die Sprünge zu kommen. (mehr …)

Unglaublich wie schnell die Zeit vergeht. Jetzt ist Amon schon ganze 7 Monate alt. Eigentlich sollte dieser Beitrag pünktlich zum „Halbjährigen“ auf diesem Blog erscheinen. Aber wo wir schon mal beim Thema sind: die Zeit verging einfach so schnell… wie immer viel zu tun – derzeit sogar besonders viel… die Stunden rennen, die Tage gehen und man kommt zu nix. Aber es gibt uns noch und jetzt habe ich es sogar geschafft unseren ersten Rückblick zu verfassen 🙂 (mehr …)

Mit Amon habe ich mir mein Gegenstück ins Haus geholt. Amon ist frech, sportlich und voller Tatendrang. Er testet seine Grenzen (wie so mancher Hund) täglich so gut wie in Dauerschleife und ohne allzu lange zwischenzeitliche Pause.

Eine echte Herausforderung für mich.

Ich bin ehrgeizig, habe eine große Vorliebe für die Harmonie im Zusammenleben mit Anderen, war und bin (?) immer die „Brave“, brachte Einsen mit nach Hause und war schon in der ersten Klasse ein absolutes Vorzeigekind. Mein Ehrgeiz brachte und bringt mich bis Heute immer wieder an meine Grenzen. Schulisch und natürlich am besten auch privat sollte bei mir möglichst alles top sein – und dafür investiere ich so Einiges.

Aber kommen wir zum Punkt. Mit Hund ist das “perfekt“ sein gar nicht so einfach. Wer mich kennt weiß, dass ich mich sehr lange mit Hunden beschäftigt habe, bevor das Thema Hund bei uns in der Familie überhaupt zur Debatte stand. Ich habe Hundeschulen besucht und Hundebücher gelesen. Am Ende war ich mir sicher – dem gut erzogenen Hund, der mit mir durch Dick und Dünn geht steht so gut wie nichts mehr im Wege. Amon zog also ein. Nichts war wie geplant. (mehr …)

Um eines schon einmal vorwegzunehmen. Wer meinen Blog kennt, weiß, dass ich mich hin und wieder auf etwas dünneres Eis begebe. Vielleicht (oder auch nicht) auch mit diesem Blogbeitrag. Tatsächlich möchte ich mit meinen Beiträgen keinesfalls Persönlichkeiten oder deren Handhabung und Meinung zum entsprechenden Thema kritisieren. Ich spreche lediglich von meiner Meinung und lasse mich gerne eines besseren belehren!

Vielleicht gelingt es mir ja, den ein oder anderen Denkanstoß zu geben und den Blickwinkel für einen Moment (oder für immer?) zu verändern.

Das ganze klingt vermutlich dramatischer als es tatsächlich ist ; )

Legen wir doch einfach los:

Kennst Du das auch? Du und Dein Hund in der Stadt – oder nur vor dem Haus – den Hund lässt Du kurz absitzen, damit Du den Briefkasten öffnen und die frankierten Briefe einwerfen kannst. Tja und kaum hast Du eine Sekunde weggeschaut kleben auch schon die ersten fremden Hände an Deinem Hund… (mehr …)

Wir sind echte Sonnenkinder. Der kleine* Afrikahund und ich. Jetzt ist unsere Zeit – jetzt tauen wir aus der Winterpause auf und genießen die Sonne.

Für die Mittagspause haben wir den Wald verlassen und kurzerhand den See aufgesucht. Ein echtes Highlight am Arbeitstag für uns. (mehr …)

Klar, wer sich einen Welpen ins Haus holt, rechnet im Normalfall damit erst einmal Zuhause, bzw. beim jungen Hund bleiben zu müssen.

Ein Welpe ist wie ein Baby und ein Baby lässt man nicht alleine.

Trotzdem – was diese Umstellung des bislang gewohnten Tagesablaufes tatsächlich bedeutet, wurde mir erst im Nachhinein richtig bewusst, und ich vermute, dass ich damit nicht alleine bin. (mehr …)

Wenn Amon und ich nicht gerade bei der Arbeit sind und man uns auch Zuhause nicht antrifft, sind wir vermutlich im Wald.

Der Wald ist unser Lieblingsplatz. (mehr …)

Hunde sind echte Stressreduzierer. Das haben nicht nur Hundehalter selbst herausgefunden, sondern auch Studien zum Thema bewiesen und den Hund damit unter anderem genau deshalb in das Arbeitsleben, nämlich als Bürohund, eingebracht.

Menschen, die mit Hunden zusammenleben entwickeln durch ihren Vierbeiner tatsächlich weniger Stress und haben damit einhergehend weniger gesundheitliche Probleme. (mehr …)

Mittlerweile ist Amon fast jeden Tag zusammen mit mir in der Praxis. Das klappt manchmal so gut, dass ich vor Stolz fast platze und manchmal (leider) eben auch nicht ganz so gut. Dann könnte ich abends nach dem Nachhausekommen einfach direkt ins Bett fallen und auf der Stelle schlafen.

Meistens will Amon nämlich genau an dem Tag, an dem besonders viel los ist und das Telefon ununterbrochen klingelt einfach nicht auf seiner Decke liegen bleiben – ihr kennt das – immer dann wenn man es am wenigsten gebrauchen kann… (mehr …)