Man denke drüber nach!

Ich halte es für sinnvoll, mich schon einmal vorab für den vorwurfsvollen Unterton, der nicht nur den Titel, sondern den ganzen Beitrag begleitet, sowie für die zum Teil etwas überspitzen Bemerkungen, zu entschuldigen.

Ein Zeitungsartikel (erschienen am 29.03.2018) ist für meine Entrüstung verantwortlich. Einer aus dem „Schwarzwälder Boten“. Unserer Tageszeitung, die täglich früh morgens in unserem Briefkasten landet und von mir im Normalfall beim Frühstück lediglich einmal grob durchgeblättert wird – inklusive lesen der größten Überschriften und dem überfliegen interessant klingender Artikel. Mehr ist nicht drin und für mehr reicht die Zeit nach unserem morgendlichen Spaziergang nicht.

Aber jetzt zurück zum Ursprung meiner Entrüstung und somit dem neben mir liegenden Zeitungsausschnitt. Der Artikel trägt den Titel „Menschen im Wald machen Tiere wild“ – natürlich fett gedruckt und in seiner Größe nicht zu übersehen. Auf dem Bild einige Wanderer mit Hunden.

Für alle die am original Artikel interessiert sind: www.schwarzwaelder-bote.de

Für den Rest hier kurz und knapp eine seeehr grobe Zusammenfassung. Es geht um die Störung der Wildtiere durch erholungssuchende Waldbesucher – insbesondere Hundehalter mit UNANGELEINTEN Hunden. Der Subtitel „Landesjagdverband klagt über Verhalten von Erholungssuchenden“ trifft den Inhalt auf den Punkt.

Scheinbar wird der Waldspaziergang mit Hund zum – ich zitiere: „Stresstest“ für Wildtiere.

Bitte versteht mich nicht falsch, ich kann die Meinung von Jägern und Förstern zum Thema Hunde im Wald verstehen und durchaus gut nachvollziehen, weshalb sich diese in der Regel für das Führen von Hunden an der Leine aussprechen. Sicher, ein jagender Hund sorgt garantiert für übermäßiges Herzklopfen beim gehetzten Wild. Darüber müssen wir nicht diskutieren.



Dazu kommt die Verantwortung, die jeder Hundehalter mit der Haltung eines Hundes auf sich nimmt. Meiner Meinung nach hängt der vermeintliche „Jagdtrieb“ von Hunden nicht wenig mit Erziehung zusammen. Ich gebe offen zu, dass ich hier auch von meiner eigenen Baustelle spreche. Amon ist ein Löwenjäger und es kam auch bei uns schon zur vermeintlichen „Schockstarre“ (also dem scheinbaren erliegen jeglicher Gehirnaktivität) des Hundehirns beim vorbei springenden Reh und der intuitiven und im Zeitraffer erfolgenden Verfolgung ebendieses. Ein Hundehalter, der dieses Verhalten duldet und der Einfachheit halber den Kopf wegdreht und die Bäume anschaut nimmt seine Verantwortung wenn es nach mir geht definitiv nicht so ernst wie er sollte. Wir sind für unsere Hunde und somit auch deren Verhalten (im Wald) verantwortlich.


Leider habe ich den Zeitraum verpasst um einen Leserbrief an den Schwarzwälder Boten zu schreiben und somit beschlossen wenigstens auf diese Weise meine Meinung zum Thema zu teilen.


Wie schon gesagt, dass die Verfolgung durch den Hund für unser heimisches Wild Stress ist, lässt sich nicht leugnen und die Hetzjagd sollte daher auch bedingungslos unterbunden werden (ja ich weiß – leichter gesagt, als getan).



Aber an alle, die sich aus diesem Grund Sorgen ums Wild machen: wenn ein jagdlich nicht ausgebildeter Hund tatsächlich ein Wildtier erwischt, dann vermute ich, dass dieses Tier spätestens wenn der Wolf wieder bei uns ist, gerissen werden würde. Unsere Hunde sind – zumindest wenn ich mir Amon anschaue (vielleicht habe ich aber auch einfach ein besonders tollpatschiges Exemplar?!) viel zu unkoordiniert für die richtige Jagd. Ich spreche hier natürlich ausschließlich von Hunden, die jagdlich nicht im Einsatz und somit auch nicht gezielt auf die Jagd konditioniert sind.

Das auch ein Hund, der sich bei der Jagd unübersehbar „blöd anstellt“, Unruhe in den Wald bringt ist mir klar. Aber mal ehrlich: echte Panik bei Wildtieren wird meiner Meinung nach nicht durch einen Hundebesitzer und Erholungssuchende Waldbesucher ausgelöst.


Echte Panik tritt durch das unnatürliche Kreischen von Motorsägen und dem Verlust von Lebensraum/Heimat auf.


Neben den Waldwegen, die wir täglich besuchen stapelt sich das Holz. Kerngesunde dicke Bäume versteht sich.

Hiervon ist im genannten Zeitungsartikel keine Spur.

Bäume, die Jahrhunderte überdauert haben werden in Sekunden gefällt. Mal ehrlich, was ist schon ein Hund bei der laienhaften Jagd gegen den Wettlauf gegen die Zeit und dem Krach von geldbringenden Waldarbeiten?


Ja – „Menschen im Wald machen Tiere wild“.


Man denke aber bitte mal darüber nach ob Erholungssuchende Waldbesucher mit Hund den gleichen Schaden anrichten können, wie eine Motorsäge die durch reines Gewinndenken und unbestreitbare Geldgier eingesetzt wird (und zudem fast ausschließlich kaputte, tote Bäume stehen lässt).



In absehbarer Zeit ist eine Lösung für das „Hundeproblem im Wald“ dann nämlich überfällig – weil es schlicht und einfach keinen Wald mehr gibt.

Vanessa Julia mit Amon

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